Nachhaltige Zustellung: Deutsche und Österreichische Post setzen auf E-Lastenräder

Zustellflotten müssen heute nicht nur effizient sein, sondern auch immer umweltfreundlicher werden. Dabei spielt das Fahrrad eine entscheidende Rolle – gerade bei Lieferanten, Zustellern und Postbetrieben. Wer bei letzteren noch das Bild des klassischen Postboten auf einem dünnen Drahtesel vor Augen hat, wird heute eines Besseren belehrt. Unternehmen wie die Deutsche und die Österreichische Post setzen immer mehr auf moderne, vielfältig einsetzbare E-Lastenbikes, um Sendungen wirtschaftlich und nachhaltig von A nach B zu transportieren.

Zunächst ein kurzer Blick zurück: Die Geschichte der Post reicht bis ins 15. Jahrhundert hinein, als Briefe und Waren noch von Postreitern transportiert wurden, die den Grundstein für moderne Postdienste legten. Mit der wachsenden Verstädterung und einem steigenden Sendungsaufkommen wurden Fahrräder bald zum einem der bevorzugten Transportmittel für Zusteller. Diese bewährte Praxis wird heute mit E-Lastenrädern weiterentwickelt. Sowohl die Deutsche Post, mittlerweile unter dem Namen DHL Group unterwegs, als auch die Österreichische Post setzen zunehmend auf elektrisch unterstützte Lastenräder als Ergänzung zur bestehenden Flotte.

Weg vom Postreiter und hin zum modernen Lastenbike

Mit einem Netz aus über 13.000 Filialen, mehr als 100 Brief- und Paketzentren und rund 3.000 Zustellstandorten zählt die DHL Group zu den international größten Logistikanbietern. Das Unternehmen ist mit rund 600.000 Mitarbeitern weltweit in über 220 Ländern und Territorien aktiv. Auch die Österreichische Post hat sich mit ihren Tochtergesellschaften in 13 Ländern zu einer wichtigen Akteurin der internationalen Logistik entwickelt. Ihre 15 Logistikzentren, rund 240 Zustellbasen, etwa 1.700 Post-Partner und Postfilialen und fast 1.500 Poststationen machen sie zur führenden Logistik- und Postdienstleisterin Österreichs. 

Beide Unternehmen verfolgen das Ziel, ihre Zustellung effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten. Deshalb sind moderne E-Lastenräder ein zentraler Bestandteil ihrer Mobilitätsstrategie. In vielen Fällen ergänzen die Cargobikes konventionelle Zustellfahrzeuge und bieten in städtischen Gebieten und ländlichen Ballungsräumen eine nachhaltige Alternative. Sie helfen, Verkehrsprobleme zu reduzieren, das wachsende Sendungsvolumen zu bewältigen und CO₂-Emissionen zu senken.

Cargobikes müssen dem Zustellbetrieb gewachsen sein

Damit die Lastenräder im täglichen Zustellbetrieb bestehen – verschiedenen Straßenbedingungen und Transportbelastungen standhalten –, setzen die beiden Postunternehmen auf Modelle von VSC.BIKE. Die Österreichische Post nutzt vor allem das einspurige, elektrisch betriebene Modell VS2E. Insgesamt sind 450 dieser Modelle im Einsatz. Bei der Deutschen Post sind rund 110 einspurige E-Bikes im Einsatz. Zusätzlich wird das mehrspurige E-Trike VS3E genutzt, von dem derzeit etwa 6.800 Exemplare im Betrieb sind. Die Modelle sind speziell für die Branche konzipiert und können individuell an die Bedürfnisse der Zusteller angepasst werden – ob mit Transportbox für kleinere Pakete oder bis zu sieben Briefbehältern.

Zusammenarbeit für nachhaltige Lastenrad-Lösungen

Die Deutsche Post etablierte 2019 ihre Partnerschaft mit VSC. Zuvor wurden die Lastenräder unter anderem von den Mitteldeutschen Fahrradwerken (MIFA) und StreetScooter hergestellt. Als ein neuer Lieferant gefunden werden musste, fiel die Wahl schnell auf VSC, da Ansprechpartner von MIFA dorthin gewechselt waren und der Hersteller so ein fast identisches Zustellfahrrad wie zuvor anbieten konnte. Auch die Österreichische Post suchte einen passenden Anbieter für E-Bikes und entschied sich nach einer öffentlichen Ausschreibung ebenfalls für VSC. Seitdem besteht eine kontinuierliche Zusammenarbeit.

Die Postunternehmen wollen weiterhin auf E-Lastenräder setzen. Da sich die E-Mobilität rasant fortentwickelt, wird großer Wert auf stabile und verlässliche Kooperationen mit Lieferanten gelegt. Allerdings steigen die Herausforderungen: Immer weniger Briefe, dafür immer mehr Pakete müssen transportiert werden. Doch auch hier sind die Postunternehmen bereits aktiv. Gemeinsam mit VSC werden Konzepte entwickelt, um E-Lastenräder noch besser für den wachsenden Paketmarkt zu rüsten.